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Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Aktualisiert am: 28.02.2024
EU-Code:

Prävention

Die Kanadische Goldrute ist bei realistischer Betrachtung nicht mehr aus der Landschaft zu entfernen, da sie sich als Agriophyt fest eingebürgert hat und auch ohne den Menschen Bestandteil unserer Flora bleiben würden ([author]Starfinger et al. 2011[/author]). Eine Ausbreitung auf Reststandorte kann trotzdem unterbunden werden, indem eine unabsichtliche Ausbringung verhindert wird. Dazu zählen das Anheften der Samen an Kleidung und Fahrzeugen sowie Einbringen von kontaminierten Boden. Ebenso kann das Sammeln der Blüten- und Fruchtstände zur unabsichtlichen Verbreitung von Samen führen ([author]CABI 2021[/author]). Da Goldruten vor allem den Nutzungswandel begleiten und dessen Effekte verschärfen, ist die beste Strategie die Fortsetzung traditioneller Landnutzung, etwa die regelmäßige Mahd von Grünland und Magerrasen ([author]Starfinger et al. 2011[/author]).

Bekämpfung

Die Kanadische Goldrute wird als invasive Art in der Managementliste des Bundesamtes für Naturschutz geführt. Das heißt, dass es sich um eine großräumig etablierte Art handelt, deren Bekämpfung im Einzelfall abzuwägen ist ([author]Nehring et al. 2015[/author]). Eine bewährte Methode ist eine einschürige Mahd mit anschließendem Mulchen oder zweischürige Mahd ohne Mulchen für 3 Jahre ([author]Hartmann & Konold 1995[/author]). Dabei sollte der Boden möglichst wenig verletzt werden, da offener Boden das Aufkommen von Keimlingen der Kanadische Goldrute erleichtert ([author]Starfinger et al. 2011[/author]). Eine Mahd Ende Juli ist empfehlenswert, da eine spätere Mahd Wachstum und Etablierung der Kanadischen Goldrute begünstigt ([author]Kabuce & Priede 2010[/author]).

Bei feuchten und nährstoffreichen Standorten ist nur eine Mahd mit anschließendem Mulchen und gegeben falls Nacharbeiten nötig. Bei feuchten Standorten mit mittlerem Nährstoffgehalt sowie trockenen Standorten empfiehlt es sich mehrere Jahre lang eine zweischürige Mahd durchzuführen ([author]Starfinger et al. 2011[/author]). Kleine Bestände können im gleichen Turnus auch per Hand ausgerissen werden ([author]Nehring et al. 2013[/author]). Zusätzlich können heimische Pflanzen gesät werden um den Aufwuchs durch Konkurrenzdruck gering zu halten ([author]Hartmann & Konold 1995[/author]).

Ebenso kann das 3-monatige Abdecken der Fläche mit lichtundurchlässiger Folie zum Zurückdrängen der Riesen-Goldrute führen, schädigt aber auch anderen Pflanzen ([author]Hartmann & Konold 1995[/author]).

Der Einsatz von Herbiziden zeigt nur bei Keimlingen und Jungpflanzen bis zu einer Höhe von 10-15 Zentimetern Erfolge ([author]Hartmann & Konold 1995[/author]).

Das Pflanzenhormon Jasmonsäure ist ein natürlich vorkommender Botenstoff, der natürliche Abwehrprozesse in der Pflanze einleitet und damit einen vergleichbaren Stress wie bei Herbivorie auslöst und zur Reduktion der Vitalität führt. Der Einsatz von Jasmonsäure in Verbindung mit mechanischen Bekämpfungsmaßnamen könnte die optimale Bekämpfungsmethode darstellen ([author]van Kleunen et al. 2004[/author]).

Eine intensive Bodenbearbeitung zerstört die Rhizome der Kanadischen Goldrute, resultiert aber auch in einer Änderung der Nutzung ([author]CABI 2021[/author]).

Eine weitere mögliche Lösung stellt eine Beweidung dar, die ähnlich den Großherbivoren im ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Nordamerika die Bestände von Kanadischer Goldrute auflichten soll. Erfahrungswerte dazu fehlen bislang ([author]Kabuce & Priede 2010[/author]).