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Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis)

(Syn.: Vielfarbiger Marienkäfer, Harlekin-Marienkäfer)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 31.01.2018

Aussehen

Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) ist ein Käfer aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Er wird auch als Vielfarbiger Marienkäfer oder Harlekin-Marienkäfer bezeichnet. Die Käfer erreichen eine Körperlänge von sechs bis acht Millimetern und werden fünf bis sieben Millimeter breit. Sie haben eine extrem variable Färbung. Die Farbe der Deckflügel variiert zwischen hellgelb und dunkelrot, dabei können die schwarzen Flecken, von denen die Käfer bis zu 19 besitzen, so ausgeprägt sein, dass es erscheint, als ob ein schwarzer Käfer rote Punkte trägt. Die schwarzen Punkte können schwach ausgeprägt sein oder komplett fehlen. Das Halsschild ist hell-gelblich und wird mittig durch eine schwarze „M“- bzw. „W“-förmige Zeichnung charakterisiert. Dieses Merkmal kann so stark ausgeprägt sein, dass der komplette mittlere Teil des Halsschildes schwarz ist und nur die Seiten hell gefärbt sind. Die Larven haben eine schwarz- bis blaugraue Grundfärbung und tragen am ganzen Körper mehr oder weniger lange, mit zwei oder drei Ästen versehene Borsten (Scoli). Der Hinterleib ist auf den ersten fünf Segmenten beidseits des Rückens samt den dort befindlichen Borsten orange gefärbt. Zusätzlich befindet sich am vierten und fünften Hinterleibssegment näher am Rücken je beidseits eine weitere orange gefärbte Borste. Sehr junge Larven sind zunächst gelbgrün gefärbt und haben schwarze Borsten, später wird die Körperfarbe dunkel und die orangen Bereiche bilden sich aus.

Lebensraum

Der Asiatische Marienkäfer bewohnt genau wie andere Marienkäferarten eine Vielzahl von Habitaten, in denen Blattläuse vorkommen. Insbesondere im Siedlungsbereich scheint er häufig zu sein.

Biologie

Der Asiatische Marienkäfer frisst große Mengen von Blattläusen. Pro Tag kann er 100 bis 270 Blattläuse vertilgen. Das Weibchen legt ihre Eier auf von Blattläusen befallenen Pflanzen, aber auch auf anderen Substraten (z. B. Hauswände) ab. Aus diesen schlüpfen nach drei bis fünf Tagen die Larven, die zwei Wochen für ihre Entwicklung benötigen. In dieser Zeit kann eine einzelne Larve bis zu 1200 Läuse fressen. Nachdem sich die Larve auf einem Blatt verpuppt hat vergehen fünf bis sechs Tage, bis der erwachsene Käfer schlüpft.

Herkunft und Einwanderungsweg

Ursprünglich kommt die Art aus Japan und China und wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Das erste freilebende Exemplar des Asiatischen Marienkäfers in Europa wurde 2001 in Belgien gefunden. Seit dieser Zeit hat sich die Art schnell ausgebreitet. Seit 2002 wird er teilweise in Massen in Südwest-Deutschland gesichtet.

Verbreitung in NRW

Seit 2004 ist der Asiatische Marienkäfer in NRW anzutreffen. Das genaue Verbreitungsgebiet ist nicht bekannt, aber er scheint mittlerweile in ganz NRW vorzukommen. Im Frühsommer 2008 gibt es Meldungen von Massenvermehrungen der Art aus allen Landesteilen.
Vergrößern

Asiatischer Marienkäfer, Foto: C. Michels

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