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Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii )

Procambarus clarkii (Girard, 1852)

Syn.: Louisiana-Sumpfkrebs

Kurzbeschreibung

angelegt am: 19.07.2010

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs ist ein höherer, zehnfüßiger Krebs (Decapoda) aus der Familie der „Amerikanischen Flusskrebse“ (Cambaridae). Sein Körper zeigt die typische Dreiteilung der zehnfüßigen Krebse in Kopf, Brust sowie dem gegliederten und beweglichen Hinterleib (Abdomen). Durch schnelles Einschlagen des Hinterleibes kann der Krebs rückwärtsgewandt schwimmend flüchten.

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs erreicht eine Körperlänge (Kopfspitze bis Schwanzende) von bis zu 15 cm. Die erwachsenen Tiere sind an ihrer roten bis schwarzen Körperfärbung und den mit leuchtend roten Warzen besetzten Scheren gut zu erkennen. Jungtiere dagegen sind zu Beginn graubraun bis grünlich gefärbt. Daher sind die schlanke Gestalt, die sich berührenden Rückenfurchen und die S-förmig gebogenen Scheren wichtige Bestimmungsmerkmale dieser Krebsart.  Im Aquarienhandel werden heute auch verschiedene Farbvarianten (orange, blau, weiß) angeboten. Zu Merkmalskombinationen und Verwechselungsmöglichkeiten siehe Bestimmungsschlüssel der AG Edelkrebsprojekt NRW.

 

Ursprünglich lebt der Rote Amerikanische Sumpfkrebs in Sümpfen der subtropischen Region. Er ist daher an extreme Verhältnisse im Hinblick auf Wassertemperatur und Wasserqualität angepasst und damit in der Lage, sehr viele unterschiedliche Lebensräume zu besiedeln. Die ursprüngliche Hoffnung, diese Art könnte in gemäßigten Breiten nicht überleben, hat dieser Flusskrebs klar widerlegt.

 

Biologie

Das sehr schnelle Wachstum und die hohe Reproduktion des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses haben ihn zum wichtigsten Speisekrebs gemacht. Bei geeigneten Wassertemperaturen kann ein Weibchen mehrmals im Jahr bis zu 800 Eier produzieren. Da er ursprünglich auch in zeitweise austrocknenden Gewässern lebt, gräbt diese Krebsart lange und verzweigte Röhren, in denen sie die Trockenheit längere Zeit überdauern kann. Außerdem ist der Rote Amerikanische Sumpfkrebs ausgezeichnet in der Lage, längere Strecken über Land zurückzulegen, um so andere Gewässer zu erreichen. Daher sollte diese Art in keinem Fall in Gartenteichen ausgesetzt werden.

 

Herkunft und Einwanderungsweg

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Art ist der Südwesten der USA und das nördliche Mexiko (Lukhaup & Pekny 2005). Von dort ist die Art aber in der gesamten USA verbreitet worden. Zur Speisekrebszucht wurde die Art auch in Südamerika, Europa, Afrika und Asien eingeführt.

 

Verbreitung in NRW

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs ist im Gegensatz zum Signalkrebs nicht gezielt in Gewässer von NRW ausgesetzt worden. Seine in NRW nachgewiesenen Freilandpopulationen gehen vielmehr auf das unbedachte Aussetzen von Aquarientieren bzw. auf Gartenteichflüchtlinge zurück.

Die Art wurde 1993 erstmalig in Nordrhein-Westfalen entdeckt (LÖBF 1995). Mittlerweile liegen schon 18 Meldungen vor. Von einer landesweiten Verbreitung kann aber gegenwärtig noch nicht gesprochen werden (Groß et al. 2008). Ein deutlicher Verbreitungsschwerpunkt liegt im Tiefland. In Mittelgebirgsbächen ist die Art bisher nicht aufgetreten.

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Roter Amerikanischer Sumpfkreb,s Foto: Ch. Lukhaup

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Roter Amerikanischer Sumpfkrebs, Foto: H. Groß

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