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Wechselständige Wasserpest (Lagarosiphon major (Ridley) Moss)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 06.09.2017

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

Diese Wasserpestart besitzt deutlich wechselständige Blätter in den unteren Sprossachsenbereichen. Die Sprosse werden bis zu mehreren Metern lang und die Pflanzen siedeln in Wassertiefen von bis zu 10 m. Die Pflanzen sind mit ihren Wurzeln bis zu 50cm tief im Sediment verankert. Die Sprossachsen sind anders als bei den anderen Wasserpestarten nur wenig verzeigt, 3-5mm dick. Die Blätter sind 5-20mm lang und 3-5mm breit. In den oberen Abschnitten sind die Blätter stark aneinander genähert und täuschen eine Quirlständigkeit vor. Die einzelnen Blätter sind sehr starr und sichelförmig zurückgebogen. In Deutschland sind bisher nur weibliche Pflanzen beschrieben worden. Die Blüten sind dreizählig, sehr klein, weiß und sitzen auf dünnen, weißen bis durchsichtigen Blütenstielen.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen zu den ebenfalls neophytischen Wasserpestarten (Elodea spec., Egeria densa), doch sind die Sprossachsen von Lagarosiphon major mit ihren Blättern deutlich starrer und verändern auch außerhalb des Wassers ihren relativ bürstenförmigen Habitus kaum.

 

Lebensraum

Lagarosiphon major besiedelt stehende und fließende, vorzugsweise nährstoffreiche Gewässer. Die immergrüne Art kann unter günstigen Bedingungen schnell ganze Gewässer besiedeln. Sie wächst in Stillgewässern bei klarem Wasser bis in 10 m Tiefe, toleriert jedoch auch starke Gewässertrübungen. Bei guten Bedingungen werden Biomassen von >3kg /m² erreicht.
 

Biologie

Lagarosiphon major ist eine nur untergetaucht wachsende Wasserpflanze. Die Art wächst am besten bei Wassertemperaturen von 20-25°C, zeigt als immergrüne Art aber auch bei geringeren Temperaturen noch guten Wuchs und kann so innerhalb weniger Jahre ganze Gewässer zuwuchern. Die Art ist immergrün und die Bestände bleiben selbst unter einer geschlossenen Eisdecke voll erhalten, so dass die Pflanzen im Frühjahr einen deutlichen Vorteil gegenüber den neu austreibenden heimischen Pflanzen besitzen.Zudem ist sie, wie alle eingewanderten Wasserpestarten, in der Lage, HCO3- als weitere Kohlenstoffquelle im Gewässer zu nutzen. Dies bietet der Art einen deutlichen Konkurrenzvorteil vor obligaten CO2-Nutzern.

Die Sprossachsen sind sehr fragil, so dass sich leicht Fragmente ausbilden, die sehr regenerationsfähig sind. Die Fragmente werden leicht verdriftet, was der Art bei der raschen Ausbreitung hilft.

 

Herkunft und Einwanderungswege

Die Wechselständige Wasserpest stammt ursprünglich aus Südafrika, ist aber mittlerweile in vielen Regionen der Welt anzutreffen. In Europa ist Lagarosiphon major bislang eher selten anzutreffen. Die Art ist jedoch eine beliebte Aquarienpflanze und wird in großen Stückzahlen nach Europa eingeführt, so dass sie über diesen Weg als Aquarienadventiv in die europäischen Gewässer gelangt.

In Deutschland gelang der erste Fund der Art 1966 im Schwanensee in Bayern, später folgten dann auch Nachweise in anderen Bundesländern.
 

Verbreitung in Nordrhein-Westfalen

Die Art ist in NRW noch sehr selten. Sie wurde bislang im Großen Laacher See bei Leverkusen, in einem Gewässer bei Steinfurt-Burgsteinfurt und einem kleinen Stillgewässer bei Bislich nachgewiesen.

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Lagarosiphon major, Wechselständige Wasserpest; Foto: Dr. A. Hussner

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Lagarosiphon major, Wechselständige Wasserpest; Foto: Dr. A. Hussner

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Lagarosiphon major, Wechselständige Wasserpest; Foto: Dr. A. Hussner

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