Neobiota
Sie sind hier: Startseite Neobiota > Artenlisten > Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca)

Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca)

Kurzbeschreibung

angelegt am: 14.03.2019

Aussehen

Die Gewöhnliche Seidenpflanze ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 1,5 bzw. 2 m erreicht. Der Stängel ist aufrecht, meist unverzweigt und behaart. Die Blätter sind gegenständig, 10 bis 20 cm lang und 5 bis 11 cm breit. Die Blattspreite ist elliptisch bis eifömig, die Blattunterseite ist kurzfilzig behaart. Der Blattrand ist ganzrandig. Asclepias syriaca bildet Pfahlwurzeln und unterirdische Triebe. Die gesamte Pflanze enthält Milchsaft, der beim Menschen allergische Reaktionen und Kontaktdetermitis auslösen kann. Die Pflanze blüht rosa bis rot, die Blüten sind in vielblütigen Trugdolden angeordnet und blühen von Mai bis August. Die Blüten duften intensiv nach Honig. Früchte erscheinen ab Ende August, diese sind 10 bis 15 cm lang und erinnern in ihrer Form an Papageien.

 

Lebensraum

Die Pflanze besiedelt vorzugsweise trockene Böden auf sonnigen Standorten, sie siedelt sich v. a. auf Ödland und Industriebrachen sowie entlang von Transportwegen wie Bahnanlagen, Straßen- und Wegrändern an. Darüber hinaus tritt sie aber auch auf Sand-Trockenrasen auf und konkurriert hier mit gefährdeten Arten wie z. B. dem Kegelfrüchtigen Leimkraut (Silene conica).

 

Biologie

Asclepias syriaca pflanzt sich sowohl vegetativ fort über Ausläufer, als auch generativ. Die Bestäubung erfolgt über Insekten, die Samen werden dann durch den Wind verbreitet.

 

Herkunft und Einwanderungsweg

Die Art ist in Nordamerika heimisch, genauer im westlichen und östlichen Kanada, in den nordwestlichen, zentralen nördlichen, nordöstlichen, südwestlichen, zentralen südlichen und südöstlichen USA. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Gewöhnliche Seidenpflanze als Zier- und Heilpflanze nach Europa eingeführt (Ersteinbringung 1629 oder 1630). Die Art wurde im fürstlich-braunschweigischen Garten zu Hessen kultiviert (Nehring et al. 2017). Später wurde die Art auch für die Bienenzucht angepflanzt. Der Erstnachweis einer Verwilderung in Deutschland stammt von 1827, sie wurde auf Sandfeldern bei Frankfurt am Main aufgenommen (Nehring et al. 2017). Die Art gilt heute in großen Teilen Europas als etabliert, ausgenommen davon sind nordeuropäische Länder.

 

Verbreitung in NRW

Die Art ist in Deutschland etabliert mit kleinräumigen wärmebegünstigten Vorkommen in Berlin, Rheinland-Pfalz, den Saarland und Sachsen, dazu gibt es in neun weiteren Bundesländern unbeständige Vorkommen. Rezent kommt die Art in Nordrhein-Westfalen nicht vor. In der Vergangenheit gab es ein mehrjähriges Vorkommen im Bereich des Bielefelder Hauptbahnhofs, das aber erloschen ist.

LANUV NRW 2019 nach oben