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Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii)

Syn.: Elodea occidentalis (Pursh) St. John; Elodea minor Farw., Elodea canadensis var. angustifolia (Britton ex Rydb.) Farw., Anacharis nuttallii Planchon, Anacharis occidentalis (Pursh) Marie-Victorin; Serpicula occidentalis Pursh)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 25.10.2018

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten
Elodea nuttallii ist eine ausdauernde, untergetaucht wachsende Wasserpflanze. Ihre dicht beblätterten Sprosse kriechen oder wachsen aufrecht, sind ca. 1 mm dick und bis >500 cm lang. An den Sprossen finden sich die Blätter in 3-(4) zähligen Wirteln. Diese sind i.d.R. 6 - 13 mm lang, 0,3 - 2 mm breit, linealisch bis schmal lanzettlich. Die unscheinbaren, hellvioletten bis weißen Blüten haben etwa 3-4 mm Durchmesser. Die Pflanze ist zweihäusig, in Deutschland sind fast ausschließlich weibliche Pflanzen verbreitet. In Deutschland wird die Art oft mit der Kanadischen Wasserpest verwechselt. Im Gegensatz zu Elodea canadensis sind die Blätter von Elodea nuttallii dünn und schlaffer, oft in sich unregelmäßig gedreht und verschmälern sich zum Blattende in eine deutliche Spitze.
Lebensraum
Es werden fließende und stehende Gewässer von Elodea nuttallii besiedelt. Die Nutalls Wasserpest ist bezüglich Trophie und Wasserqualität anspruchslos.
Biologie
Elodea nuttallii ist eine untergetaucht lebende Wasserpflanze, die in eigentlich allen Gewässertypen anzutreffen ist. Die sehr schnell wachsende Art kann innerhalb von wenigen Jahren dichte Bestände ausbilden. Dabei ist sie in der Lage, sowohl aus dem Wasser als auch aus dem Sediment die benötigten Nährstoffe aufzunehmen. Die Art ist winterhart und überdauert bleibt selbst unter einer geschlossenen Eisdecke in seltenen Fällen grün und treibt im Frühjahr aus alten Pflanzenbruchstücken wieder aus.
Im Gegensatz zur verwandten neophytischen Art Elodea canadensis scheint E. nuttallii anspruchsloser bezüglich der Wasserqualität zu sein. Sie wächst vor allem unter geringeren Nährstoffverfügbarkeiten deutlich besser als E. canadensis, was vermutlich der Grund dafür ist, dass E. canadensis in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist und an vielen Stellen nun E. nuttallii anzutreffen ist.
Herkunft und Einwanderungswege
Elodea nuttallii stammt ursprünglich aus Südostkanada und Nordamerika und ist dort im Gebiet vom Mississippibecken bis zur Ostküste verbreitet. Als Neophyt hat die Art mittlerweile eine fast weltweite Verbreitung erreicht und im Zuge der Ausbreitung die einheimische Vegetation vielerorts stark zurückgedrängt.
In Europa gilt Elodea nutallii als beliebte Aquarienpflanze, die in Deutschland erstmals im Jahr 1953 nachgewiesen wurde. Aufgrund der schwierigen Unterscheidung zu Elodea canadensis, die bereits seit 1860 aus Deutschland bekannt ist, ist es durchaus möglich, dass die Nuttalls Wasserpest schon früher in deutsche Gewässer gelangt ist und anfänglich übersehen wurde.
Da eine generative Vermehrung der Art in Europa bislang noch nicht beobachtet wurde, ist davon auszugehen, dass die anhaltende schnelle Ausbreitung der Art in Deutschland auf die Ausbreitung durch Pflanzenfragmente zurückzuführen ist.
Verbreitung in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen ist Elodea nuttallii in allen Gewässertypen und in allen Landesteilen anzutreffen.
 

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Nutalls Wasserpest, blühend, Foto: A. Hussner
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Elodea nuttallii, Foto: A. Hussner
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