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Helm’s Dickblatt (Crassula helmsii (Kirk) Cockayne)

Syn.: Bullardia recurva Hook.f., Crassula helmsii (Kirk) Berger, Crassula recurva (Hook.f.) Ostenf., Tillaea helmsii Kirk

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 15.12.2014

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

Crassula helmsii ist eine ausdauernde, wintergrüne, untergetaucht (submers) oder am Ufer von Gewässern oberhalb der Wasseroberfläche (emers) wachsende Pflanze. Die sukkulenten Pflanzen besitzen runde, kahle, einfach oder nur wenig verzweigte, kriechende bis aufsteigende Sprosse, die mehr als 1 m lang werden können. Die Wurzeln befinden sich zumeist an den unteren Nodien, es können aber an allen Nodien Wurzeln gebildet werden. Die gegenständigen und am Grunde miteinander verwachsenen lineal -lanzettlichen Blätter werden bis zu 2 cm lang und 1 - 2 mm breit. Crassula helmsii ist anhand der Blüten von der (mittlerweile in Deutschland ausgestorbenen) einheimischen Art Crassula aquatica zu unterscheiden. Die Blüten von Crassula aquatica sitzen ungestielt in den Blattachsen, während die Blüten von Crassula helmsii auf 2 - 8 mm langen Blütenstielen sitzen. Die weißen Blüten von Crassula helmsii sind 4-zählig und nur 2 - 3 mm im Durchmesser, die gebildeten Samen sind nur 0,4 mm lang.

 

Lebensraum

Crassula helmsiiist in NRW zumeist in Stillgewässern anzutreffen, sie kann jedoch auch in Fließgewässern vorkommen. Die schnell wachsende Art kann innerhalb weniger Jahre dichte Bestände ausbilden. Crassula helmsii besiedelt sowohl stehende als auch fließende Gewässer und ist zumeist in meso- und eutrophen Gewässern zu finden. Die Art wächst meist bis in Tiefen von ca. 3 m, wurde aber in klaren Gewässern auch bis in 10 m Tiefe gefunden. Crassula helmsii findet sich gern in periodischen, kleinen Stillgewässern, die oft als Artenschutzteiche angelegt werden. Da die Art sowohl submers als auch emers wächst, ist sie hervorragend an die schwankenden Wasserstände angepasst. Die Bestände erreichen Bestandsdichten von > 1 kg Trockenmaterial pro m².

 

Biologie

Crassula helmsiiist eine immergrüne Wasserpflanze und die Bestände bleiben selbst unter einer geschlossenen Eisdecke voll erhalten, so dass die Pflanzen im Frühjahr einen deutlichen Vorteil gegenüber den neu austreibenden heimischen Pflanzen besitzen. Die Pflanzen erreichen schon bei geringer Lichteinstrahlung ihre maximale Photosyntheseleistung und emerse Crassula helmsii Pflanzen können bei zu starker Sonnenexposition geschädigt werden. Crassula helmsii besitzt einen Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM) mit einer CO2-Vorfixierung während der Nacht, der der Art erlaubt im Gewässer CO2 Mangelsituationen während das Tages zu überstehen und weiterhin Photosynthese betreiben zu können. Durch diesen Mechanismus besitzt die Art somit einen deutlichen Konkurrenzvorteil gegenüber obligaten CO2 Nutzern, die keinen CAM-Mechanismus oder andere Anpassungen an CO2 Mangel im Wasser besitzen.

Crassula helmsiiist in der Lage, aus kleinsten Pflanzenfragmenten zu regenerieren. Obwohl die Art reichlich blüht, ist noch keine Samenbildung in Deutschland beschrieben worden.

 

Herkunft und Einwanderungswege

Crassula helmsiiist in Neuseeland und Australien beheimatet, wo sie sowohl in salzhaltigen Küstengewässern als auch in Binnengewässern anzutreffen ist. Die in Deutschland anzutreffenden Pflanzen entsprechen vermutlich einem australischen Ökotyp, der nur in Binnengewässern wächst (pers. Mitt. Dr. J. Clayton, NIWA, Hamilton, Neuseeland). Die Pflanzen gelangten über den Handel nach Europa, als Teichpflanzen- bzw. Aquarienpflanzenadventive sind sie in die Gewässer eingetragen worden. Der erste Nachweis in Deutschland gelang 1981 im Pfälzer Wald und kurze Zeit später wurde Crassula helmsii auch in NRW gefunden.
 

Verbreitung in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen ist Crassula helmsii in fast allen Landesteilen anzutreffen. Die allermeisten Vorkommen finden sich in Stillgewässern, das größte Vorkommen befindet sich im Fühlinger See in Köln, wo die Art bereits seit mehr als 25 Jahren bekannt ist und sich weiter ausbreitet.

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Blühende Crassula helmsii, Foto Dr. A. Hussner

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Helm´s Dickblatt, (Crassula helmsii (Kirk) Cockayne), Foto: Dr. A. Hussner

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Helm´s Dickblatt, (Crassula helmsii (Kirk) Cockayne), Foto: Dr. A. Hussner

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