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Orientalisches Zackenschötchen (Bunias orientalis)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 30.01.2020

Aussehen

Das Orientalische Zackenschötchen ist eine mehrjährige Staude die 40-150 cm groß wird. Es ist mit einer Pfahlwurzel im Boden verankert. Der Stängel ist drüsig-warzig und nach oben hin stark verzweigt. Die Blätter sind spiralig am Stängel angeordnet. Die unteren Blätter sind fiederteilig mit einem Zackenförmigen Endlappen an jeder Seite, und die oberen lanzettlich. Die gelben Blüten haben einen oberständigen Fruchtknoten und jeweils vier Kronblätter. Sie ähneln den Blüten von Raps (Brassica napus) und bilden 5-10mm lange warzige Schötchenfrüchte aus.

Lebensraum

Das Orientalische Zackenschötchen profitiert von einer hohen Störungsintensität und hat sich in Habitaten mit hohem Störungsregime wie zum Beispiel auf Ruderalflächen, an Straßenrändern, auf Äckern und in Uferbereichen zuerst etabliert. Von dort aus breitet sich die Pflanze inzwischen auch auf thermophilen Trockenrasen, Weinbergen, Deichen und im Grünland aus.

Biologie

Es handelt sich um eine schnell wüchsige, mehrjährige Halb Rosetten Pflanze, die sich sowohl vegetativ durch Wurzelsprosse, als auch generativ Samen ausbreitet. Sie blüht bereits im ersten Jahr nach der Keimung. Ihre Samen sind klettend und werden von Tieren ausgebreitet. Das Orientalische Zackenschötchen hat einen zweiten Wachstumsschub im Herbst. Nach einer späten Mahd im Herbst kann es erneut austreiben und hat daher einen Konkurrenz Vorteil gegenüber anderen Pflanzen. Da es sich an frühe bis mittlere Sukzessionsstadien angepasst hat ist es sehr lichtbedürftig und wird im Laufe der Sukzession von Büschen und Bäumen verdrängt.

Herkunft und Einwanderungsweg

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht von Sibirien bis nach Ost- und Südosteuropa. Die Pflanze gelangte im 19 Jahrhundert erstmal mit Futtergetreide nach Mitteleuropa. Von dort aus wurde die Pflanze mithilfe Diasporen im Bodenmaterial durch Bodentransporte, und Saatgut in weiten Teilen Ost- und Mitteleuropas ausgebreitet.

Verbreitung in NRW

Das orientalische Zackenschötchen hat sich hauptsächlich von Süden entlang der wärmeren Umgebung des Rheins nach Norden ausgebreitet und folgt der Ruhr und Lippe entlang nach Osten. Angrenzend an diese drei Flüssen sind die größten Vorkommen zu findenWeitere große Vorkommen sind entlang der Grenze zu Hessen. Im Norden und im Westen von NRW sind nur vereinzelt Vorkommen anzutreffen, mit der Klimaerwärmung dürfte die Ausbreitung aber weiter Fortschreiten. Im Naturschutzgebiet Räuschenberg und am Hamberg im Kreis Höxter gibt es lockere Bestände von etwa 200 Pflanzen auf Kalk-Magerrasen.
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