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Waschbär (Procyon lotor)

Maßnahmen

aktualisiert am: 01.07.2020

Prävention

Der Waschbär fällt seit dem 03.08.2016 unter den Geltungsbereich der Verordnung (EG) 1143/2014 als prioritäre invasive Art unionsweiter Bedeutung. Sie darf in der EU nicht eingeführt, gehandelt, in Gefangenschaft gehalten oder transportiert werden (Art. 7). Um Einfuhr und Ausbreitung zu verhindern, muss eine Überwachung (Art. 14) etabliert werden.

Präventive Maßnahmen gegen den Neubürger Waschbär sind nicht mehr möglich, da die Art seit langem zum festen Bestand der nordrhein-westfälischen Fauna gehört.

 

Kontrolle / Bekämpfung

Nachdem Waschbären lange als schonbedürftig angesehen wurden, zählen sie heute in Deutschland zum jagdbaren Wild. Das heißt nur die jeweiligen Jagdausübungsberechtigten dürfen diesen Tieren nachstellen. Die Art hat von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Schonzeiten. In NRW kann sie vom 16. Juli bis zum 31. März bejagt werden, die Jungtiere sogar das ganze Jahr über (Landesbetrieb Wald und Holz 2018). Junge führende Alttiere dürfen jedoch nicht erlegt werden (§22 Abs.4 BJagdG). Die derzeitige Intensität der Waschbärenbejagung hat offensichtlich keinen bestandsreduzierenden Einfluss auf die Art, da die Bestandszahlen und die Jagdstrecken parallel stark ansteigen.

In einigen Naturschutzgebieten des Kreises Höxter (Nieheimer Tongruben , Grundlose-Taubenhorn) konnten die Waschbär-Bestände durch Einsatz von Lebendfallen reduziert werden und die negativen Einflüsse auf geringem Niveau gahlten werden (BEINLICH 2012). Nisthilfen sollten waschbärsicher konstruiert sein. Horstbäume sind mit Blechmanschetten gegen Waschbären zu sichern.

Der Einsatz von Totschlagfallen bei der Jagd ist in NRW seit 2015 verboten. Lebendfallen sind mit einem elektronischen Meldesystem auszustatten. Gefangene Tiere sind möglichst unverzüglich nach der Meldung zu entnehmen. Für die Fallenjagd ist in NRW ein Lehrgang zu absolvieren. (Fangjagd in NRW)

Um im Siedlungsbereich keine Probleme mit Waschbären zu bekommen, soll man die Tiere auf keinen Fall anfüttern. Auf für Waschbären zugänglichen Komposthaufen darf nichts Genießbares abgelagert werden, Mülltonnen müssen waschbärensicher verschlossen sein und Obstbäume lassen  sich mit langen Blechmanschetten am Stamm vor unerwünschten Kostgängern sichern. Auf Dachböden sind mögliche Einschlupfwege zu verschließen. Auch wilder Wein an der Hauswand oder aufs Dach hängende Äste sind beliebte Aufstiegdshilfen für die ungebetene Gäste auf dem Dachboden.

 

Maßnahmenblatt

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