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Kanadagans (Branta canadensis canadensis)

Maßnahmen

angelegt am: 12.04.2010

Prävention

Präventive Maßnahmen sind wegen der fortgeschrittenen Ausbreitung und lokal hoher Siedlungsdichte der Kanadagans in NRW nicht mehr möglich.

 

Bekämpfung

Die Kanadagans unterliegt in NRW dem Landesjagdgesetz. Gemäß Landesjagdzeitenverordnung NRW ist die Jagd auf  Kanadagänse vom 16.07. bis 31.01. gestattet. Nach § 24 des Landesjagdgesetztes kann die Obere Jagdbehörde in Einzelfällen „das Ausnehmen oder Unfruchtbarmachen der Gelege von Federwild im Interesse der Volksgesundheit, im Interesse der Sicherheit der Luftfahrt, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt, zu wissenschaftlichen Lehr- und Forschungszwecken oder für Zwecke der Aufzucht gestatten“. 

Die Anzahl der geschossenen Kanadagänse steigt jährlich. Im Jagdjahr 2009/2010 wurden 3.157 Kanadagänse in NRW geschossen.

Die Gelegeentnahme kommt in Ausnahmefällen vor allem in befriedeten Bereichen in Frage, wo die Jagd nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden kann. Dies kann zum Beispiel an Badeseen mit hoher Bedeutung für die Naherholung der Fall sein.

Kanadagänse können auch durch regelmäßiges Verscheuchen von den kurzrasigen Nahrungsflächen vergrämt werden. Der personelle Aufwand ist jedoch sehr hoch und zeigt meist keine nachhaltige Wirkung. Maßnahmen könnten außerdem bei den bevorzugt als Brutplatz genutzten Brutinseln ansetzen. Denkbar wäre etwa die Entwicklung niedriger Riedvegetation, um territorial überlegenen Höckerschwänen Konkurrenzvorteile zu schaffen oder die Zugänglichkeit der Insel für Kanadagänse durch Gestaltung steiler Ufer einzuschränken.  Maßnahmen wie diese zielen darauf ab, den Brutbestand und damit auch die Zahl der auf den ufernahen Wiesen mausernden Gänse im Hochsommer zu reduzieren. Auch die Bereitstellung von störungsfrei gestalteten Ersatz-Nahrungsflächen mit direktem Zugang von der Wasserseite hat sich im Einzelfall bei verkoteten Liegewiesen als konfliktentschärfend erwiesen. Wichtig ist darauf zu achten, dass die zum Teil sehr vertraut wirkenden Tiere nicht gefüttert werden.

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