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Großer Alexandersittich (Psittacula eupatria)

Kurzbeschreibung

angelegt am: 16.12.2011

Aussehen
Der knapp 60 cm lange Große Alexandersittich kommt bisher nur lokal in Köln und außerhalb von NRW in Wiesbaden vor. Die Lautäußerungen unterscheiden sich deutlich vom Halsbandsittich Psittacula krameri, sind prägnant und lassen eine eindeutige Artbestimmung zu.
Große Alexandersittiche sind überwiegend grün, Wangen und Hinterkopf sind leicht bläulich verwaschen. Bei den Männchen zieht sich ein schwarzes Band vom Kinn, das wie beim Halsbandsittich zum Nacken schmaler wird und in einem rosa Nackenband ausläuft. Allerdings sind beide Bänder deutlich breiter als bei diesem. Der starke Schnabel ist papageienförmig, Ober- und Unterschnabel sind rot. Das Weibchen ist wie das Männchen gefärbt, besitzt jedoch kein Halsband. Jungvögel sehen weibchenfarben aus, das Grün wirkt noch etwas schmutzig gelblich. Verwechselungen können in Nordrhein-Westfalen mit dem Halsbandsittich auftreten, da beide Arten in den gleichen Parkanlagen brüten. Der Halsbandsittich ist mit 40 cm deutlich kleiner. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist jedoch der nur beim Großen Alexandersittich vorhandene braunrote Schulterfleck.

 

Lebensraum
Der Große Alexandersittich kommt bisher ausschließlich in großen Parkanlagen, parkartigen alten Friedhöfen und zoologischen Gärten vor, die durch einen sehr alten Baumbestand gekennzeichnet sind. Brut- und Winterverbreitung sind identisch.

 

Biologie
Zur Aufzucht der Jungen benötigen Große Alexandersittiche sehr große Baumhöhlen, die sie oft in Platanen oder Pappeln vorfinden bzw. ausbauen. Einmal im Jahr schlüpfen zwei bis vier Jungvögel.
Wie die Halsbandsittiche ernähren sich auch die Großen Alexandersittiche überwiegend vegetarisch. Sie fressen unterschiedliche Pflanzenteile von diversen Gehölzen: Knospen, Triebe, Blüten, Samen und Früchte. Es ist nachgewiesen, dass auch Große Alexandersittiche gelegentlich von Wanderfalken erbeutet werden.

 

Herkunft und Einwanderungsweg
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Großen Alexandersittichs umfasst den Indischen Subkontinent von Pakistan im Westen und erstreckt sich mit 5 Unterarten über Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodja bis nach Vietnam.
Der Große Alexandersittich wurde 1985 erstmals in Köln im Freiland in Deutschland beobachtet. Eine natürliche Besiedlung aus Indien ist auszuschließen. Es handelt sich um Gefangenschaftsflüchtlinge und deren Nachkommen. Erste Bruten in Köln dürften bereits ab 1985 stattgefunden haben. In Bonn erfolgte im Jahr 1991 eine Einzelbrut. Im Jahr 1993 brüteten in Köln bereits 11 Paare.
Bisher erfolgte nur eine moderate Bestandszunahme und Arealausweitung.

 

Verbreitung in NRW
Neben der ersten Brutansiedlung in Köln-Stammheim hat der Große Alexandersittich zunächst den Kölner Zoo und später den Melatenfriedhof im Westen der Stadt besiedelt. Weitere Brutplätze im Stadtgebiet von Köln sind wahrscheinlich.
Ansiedlungsversuche der Art in Bonn und Düsseldorf waren bisher nicht längerfristig erfolgreich. Aktuell gibt es wieder Sichtungen einzelner Großer Alexandersittiche in Düsseldorf. Der NRW-Brutbestand wird auf ca. 35 Paare beziffert. Zusammen mit dem Bestand an Nichtbrütern, kann von ca. 250 Individuen in NRW ausgegangen werden. Die genaue Zahl der Großen Alexandersittiche ist nur näherungsweise zu bestimmen, da die Tiere in den Bruthöhlen schlafen, nicht wie die Halsbandsittiche an zentralen Schlafbäumen.
 

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Großer Alexandersittich (Psittacula eupatria), Weibchen auf Mistel

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Großer Alexandersittich (Psittacula eupatria), oben ein Weibchen, unten Männchen mit schwarzem Halsband

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Großer Alexandersittich (Psittacula eupatria), Männchen, Unterscheidung zu Halsbandsittich: bräunlicher Schulterfleck, breiteres schwarzes Halsband

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