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Glatter Krallenfrosch (Xenopus laevis)

Syn. Afrikanischer Krallenfrosch, Apothekerfrosch, Glatter Spornfrosch, Krallenfrosch

Syn. Bufo laevis, Pipa laevis

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 19.12.2022

Aussehen

Der Glatte Krallenfrosch hat einen stromlinienförmigen Körper und abgeflachten Kopf. Mit einer Körperlänge von bis zu 12 Zentimetern ist es die größte Art der Gattung Xenopus. Der Rücken ist zum Teil hell-beige wie die Körperunterseite, aber größtenteils von zahlreichen, unregelmäßig verteilten Pigmenten in oliv-brauner Farbe überdeckt. Die Vorderbeine sind wenig entwickelt und die Zehen ohne Schwimmhäute, während die Hinterbeine sehr kräftig sind. Die Zehen der Hinterbeine haben Schwimmhäute und schwarze Hornkrallen, die nur Vertreter der Gattung Xenopus aufweisen. Die Augen sind klein und nach oben gerichtet. Trotz der phänologischen Anpassungen an den Lebensraum und der aquatischen Lebensweise besitzen nur Kaulquappen Kiemen; adulte Tiere hingegen Lungen (CABI 2019; Wikipedia 2022).

Die Kaulquappen haben zwei lange Barteln, um die Umgebung zu ertasten (CABI 2019).

 

Lebensraum

Der Glatte Krallenfrosch ist ein Generalist und auf aquatische Lebensräume mit Süßwasser angewiesen. In eutrophen Gewässern ist die Dichte der Individuen am größten. In raubfischreichen Gewässern und größeren Flüssen ist er seltener anzutreffen. Der Laich wird ins Wasser gelegt, wobei keine Nachweise vorliegen, dass auch in Fließgewässern gelaicht wird. Sobald das Laichgewässer auszutrocknen droht können individuenstarke Migrationen stattfinden oder ein Sommerschlaf herbeigeführt werden. Ebenso werden neue Lebensräume sehr schnell erschlossen (CABI 2019).

Die Art toleriert salzhaltige Gewässer mit bis zu 40% Meerwasser, pH-Werten zwischen 5 und 9 sowie Temperaturschwankungen zwischen 2 und 35 Grad Celsius und weist eine hohe Resistenz gegenüber Krankheiten auf (CABI 2019).

 

Biologie und Ökologie

Das adulte Individuum ernährt sich räuberisch und ist vorwiegend dämmerungs-und nachtaktiv. Gejagt werden Wirbellose, Fische und andere Amphibien sowie kleinere terrestrische Tiere. Bei einem knappen Nahrungsangebot wurde Kannibalismus beobachtet. Unter günstigen Bedingungen laicht das Weibchen mehrmals pro Jahr und auch ganzjährig, wobei die sexuelle Fortpflanzung durch externe Befruchtung der Eier geschieht. Abhängig von der Größe des Weibchens enthält ein Laichballen zwischen 1000 und 27000 Eier (CABI 2019). Sobald der Dottersack als Nährmedium verbraucht ist, schlüpft die Kaulquappe und ernährt sich in etwa einen Monat lang überwiegend von kleinsten Nahrungsorganismen und pflanzlichen Nahrungspartikeln (Wikipedia 2022). Nach etwa drei Monaten ist die Metamorphose durchlaufen und nach dem ersten Jahr tritt die Geschlechtsreife ein. In der Haltung können Glatte Krallenfrösche bis zu 20 Jahre alt werden (CABI 2019).

 

Herkunft und Einwanderungsweg

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte afrikanische Festland südlich der Sahara (CABI 2019). Zu Forschungen und zur Nutzung als Indikator-Organismus für Schwangerschafttests wurde die Art Anfang der 1890er Jahre nach Europa und nach Deutschland importiert (Rabitsch et al. 2013). Aus Laboren entkommene und freigelassene Krallenfrösche haben in vielen Klimazonen starke Populationen hervorgebracht (CABI 2019), so auch in Wales (Measey, Tinsley 1998), Frankreich (Fouquet 2001), Portugal (Rebelo et al. 2010) und Italien (Lillo et al. 2005). Schätzungen zu Folge könnte der Glatte Krallenfrosch auf 2 Mio. km² in Europa expandieren, insbesondere in Süd- und Westeuropa (Ginal 2020, Forsch.Mus. König 2021). Die Verbreitung erfolgt entlang der Gewässer, aber ist für adulte Tiere kleinräumig auch auf dem Landweg möglich (Fouquet, Measey 2006). Bislang fehlt die Art in Deutschland (Rabitsch et al. 2013).

 

Ausbreitung in NRW

Es sind keine Vorkommen in der freien Natur in NRW bekannt.

 

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