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Grauhörnchen (Sciurus carolinensis)

syn.:

Sciurus carolinensis (Gmelin, 1788)

Östliches Grauhörnchen

Kurzbeschreibung

angelegt am: 03.03.2022

Aussehen und Verwechselungsmöglichkeiten

Es besitzt einen gedrungenen, kräftigen Körperbau mit einer Länge von 23 – 30 cm und einem Schwanz von 20 – 25 cm. Welcher bauschig abgeflacht ist und andeutungsweise zweizeilig wirkt. Er trägt lange graue Haare mit silbrigen Spitzen. Die Färbung des Winterfells gestaltet sich von silber- bis schwarzgrau mit bräunlicher Unterwolle an Kopf und Schulter, Rücken und Füßen. Das Sommerfell ist rotbraun bis rötlich gelb. Die Unterseite des Grauhörnchens ist ganzjährig weiß (Nehring & Skowronek, 2017). Das Grauhörnchen besitzt Ähnlichkeit mit den dunklen Farbvarianten des einheimischen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris), welches jedoch zarter und gleichmäßiger gefärbt ist. Es weist obendrein keine weißen Haare im Schwanz aus und trägt während des Winters 3,5 cm lange rotbraune Ohrpinsel (Nehring & Skowronek, 2017). Da starke Merkmalsüberschneidungen vorherrschen, ist es von anderen gebietsfremden Arten der Gattung schwer zu unterscheiden (Nehring & Skowronek, 2017).

Lebensraum

Hauptsächlicher Lebensraum des Grauhörnchens sind unterholzreiche Laubwaldstandorte. Es kommt aber auch in städtischen Grün- und Gartenanalgen vor (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2021).

Biologie 

Grauhörnchen sind tagaktiv und omnivor. Im Winter nagen sie Gehölze an. Die Weibchen werfen 1- bis 2-mal im Jahr 2 bis 4 Junge, welche nach mehreren Monaten geschlechtsreif sind (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2021).

Herkunft und Einwanderungsweg

Ursprünglich kommen Grauhörnchen im östlichen Nordamerika vor. Im Raum von Manitoba bis Florida und dem östlichen Texas sind sie heimisch (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2021). Im 18. Jahrhundert wurden sie nach Europa eingeführt. Nachfolgend auch gezielt im Zierhandel. Im 19. und 20. Jahrhundert sind sie durch Ausbrüche und absichtliche Freisetzung in die freie Natur gelangt. Sie können sich selbstständig über 10 km pro Jahr ausbreiten (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2021). 1889 wurden in Großbritannien über 300 Tiere ausgesetzt. Der aktuelle Bestand beträgt mehrere Millionen Tiere. Ebenfalls hat sich die Art nach Irland ausgebreitet. In den 1940er Jahren erfolgten Freisetzungen in Turin (Italien). Von dort breitet sich der Bestand langsam weiter aus (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2021).

Verbreitung in NRW

Bisher nur eine Einzelbeobachtung eines vermutlich ausgesetzten Tieres, das entnommen werden konnte.

 

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Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), Foto: A. Oeynhausen

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Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), Foto: A. Oeynhausen

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