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Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax)

Invasivität

aktualisiert am: 03.06.2020

Einstufung

Unionsliste 16

 

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Die Asiatische Hornisse gilt als Allesfresser, sie ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten. Einer französischen Studie zufolge wurde der Nahrungsbedarf zu 59 % durch andere Hautflügler-Arten gedeckt, zu 32 % durch Mücken und Fliegen sowie zu 9 % durch andere Insektenarten, darunter Käfer und Schmetterlinge. Unter den gefressenen Hautflüglern macht die Honigbiene einen großen Anteil aus (Muller et al. 2013). Neben der Honigbiene sind auch viele weitere Beutetiere der Asiatischen Hornisse zur Bestäubung in anthropogenen, aber auch natürlichen Lebensräumen befähigt. Die Bestäubungsleistung könnte negativ beeinflusst werden, wenn Vespa velutina nigrithorax sich intensiv ausbreiten und die Anzahl ihrer Beutetiere stark dezimieren würde. Die Art ist sehr anpassungsfähig in Bezug auf die ihr in verschiedenen Lebensräumen zur Verfügung stehenden Nahrungsquellen, d. h. sie verfügt über ein breites Spektrum an Beutetieren (Muller et al. 2013). Im Südwesten Frankreichs wurden Angriffe auf die Furchenbienen festgestellt (Perrard et al. 2009). Furchenbienen sind als Wildbienen durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
In Südkorea gilt Vespa velutina als invasive Art. Untersuchungen zeigen, dass die Anteile heimischer Hornissen-Arten an der Vespa spec.-Gesamtpopulation nach Etablierung der Asiatischen Hornisse zurückgegangen sind. (Choi et al 2012). Bezüglich der Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf die heimische Fauna, einschließlich der Europäischen Hornisse (Vespa crabro), liegen noch keine gesicherten / abschließenden Erkenntnisse vor.

 

Menschliche Gesundheit

Die Aggressivität der Asiatischen Hornisse wird nicht als höher eingeschätzt als die der Europäischen Hornisse (Vespa crabro). Im Zuge der Zunahme der Population der Asiatischen Hornisse im Südwesten Frankreichs wurde keine steigende Anzahl an Stichen durch Hymenoptera (Hautflügler) festgestellt (de Haro et al. 2010, zit. in CABI 2019). Gefahr durch lebensbedrohliche allergische Reaktionen oder nach einer Vielzahl an Stichen besteht dennoch immer. Allgemein kommt es aber nur bei einer Störung der Kolonie zu schweren Angriffen, aufgrund der exponierten Lage des Hornissennests ist eine solche Störung aber selten (Rome et al. 2011).

 

Wirtschaftliche Schäden

Die Massenausbreitung der Asiatische Hornisse wird sich aufgrund der Prädation von Honigbienen mutmaßlich negativ auf die Imkerei auswirken. Die Massenausbreitung in den verstädterten Regionen Südfrankreichs hat zu einer verschärften Zunahme von Bürgeranfragen und einem hohen Bekämpfungsaufwand geführt, obwohl die Zahl der Hornissen-Attacken auf Menschen im Vergleich zur Vor-Invasionszeit nicht zugenommen hat.

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