Neobiota
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Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 24.04.2017

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

L 60-85 cm, S 110-125 cm. Weiß mit abwärts gebogenem, schwarzem Schnabel, schwarzem Kopf und Hals und schwarzen, flaumartig herabhängenden Schirmfedern. Deutlich kleiner als Weißstorch oder Kranich, durch abwärts gebogenen, langen Schnabel eindeutig identifizierbar.

 

Lebensraum

in NRW Feuchtgebieten, z. B. in EU-Vogelschutzgebieten

 

Biologie

Koloniebrüter, 2-4 Eier pro Jahr, Geschlechtsreife nach ca. einem Jahr (Clergeau et al. 2005). Flüge bis zu mehrere hundert Kilometer von den Kolonien weg (Clergeau & Yésou 2006). Ernährt sich vor allem von Wirbellosen in Feuchtwiesen, frisst aber auch Fische, Amphibien, Großkrebse, Aas, organische Abfälle, Samen, Vogeleier und Jungvögel (Frankreich, Yésou & Clergeau 2005, Clergeau et al. 2010, Marion 2013, Yésou et al. 2017).

 

Herkunft und Einwanderungswege

Ursprüngliches Areal: Tropisches Afrika, Westasien, dort weit verbreitet. Populationen in Europa gehen ausschließlich auf Gefangenschaftsflüchtlinge oder absichtlich freigesetzte Tiere zurück. Bruten im Freiland sind derzeit aus Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und den Niederlanden bekannt (Yésou et al. 2017). Erstnachweis eines freilebenden Individuums in Deutschland durch Abschuss 1931 in Schwabmünchen. In mehreren Tierparks Haltung von freifliegenden Gruppen, daraus bereits mehrmals Entkommen von Individuen in die Freiheit. 2013 brütete ein Paar am Ismaninger Speichersee (nur in diesem Jahr).

 

Verbreitung in NRW

In NRW werden jährlich nur Einzeltiere (< 5 Ind.) beobachtet. Die Herkunft dieser Tiere ist in der Regel unbekannt. Die Ibisse halten sich nur kurze Zeit in Feuchtgebieten und Flussauen auf.

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