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Chilenischer Riesenrhabarber (Gunnera tinctoria)

Maßnahmen

aktualisiert am: 09.05.2022

Prävention

Der Chilenische Riesenrhabarber wird seit dem 02.08.2017 von der Verordnung (EU) 1143/2014 als prioritäre invasive Art unionsweiter Bedeutung erfasst. Sie darf in der EU nicht eingeführt, gehandelt, gehalten oder transportiert werden (Art. 7). Es müssen ein Überwachungssystem (Art. 14) und amtliche Kontrollen bei der Wareneinfuhr (Art. 15) etabliert werden.

Bekämpfung

Jedes Vorkommen ist unverzüglich der Unteren Naturschutzbehörde zu melden, damit rechtzeitig Maßnahmen zur Entnahme bzw. Kontrolle getroffen werden können. Durch die Untere Naturschutzbehörde erfolgt die Weiterleitung über das LANUV an das Bundesamt für Naturschutz. Das Vorkommen wird von dort über das Bundesministerium für Umwelt der EU-Kommission gemeldet. Die geplanten Maßnahmen und deren Wirksamkeit sind ebenfalls jeweils über LANUV und Bundesamt für Naturschutz der EU-Kommission anzuzeigen. Der Chilenische Riesenrhabarber kommt bisher nicht wild wachsend in NRW vor. Es zählt zu den Unionsliste-Arten, für die nach Art. 17 eine Tilgung jedes neuen Vorkommens innerhalb von 3 Monaten zu erfolgen hat. Sollte eine sofortige Beseitigung nicht angezeigt oder möglich sein, ist dies mit Begründung innerhalb einer Frist von 2 Monaten der EU-Kommission anzuzeigen (Art. 18).

Die Bekämpfung erfolgt durch Ausgraben. Dabei ist zu beachten , dass sich die Pflanze auch aus kleinen, übrig gebliebenen Wurzelfragmenten neu entwickeln kann, das heißt die Wurzeln sind sorgfältig und umfassend zu entnehmen. In Neuseeland wurden auch Herbizide eingesesetzt. Eine chemische Bekämpfung ist lediglich bei jungen Pflanzen effektiv, da das Auftragen genügend Herbizids bei einem dicken Rhizom nur schwer gelingt. Als erfolgreiche Mittel haben sich Glyphosat („Roundup G2“, „Roundup Renew Xtra“) und eine Mischung aus Glyphosat und Metsulfuron erwiesen, welche in Sprühform aufgetragen wurden. Je häufiger die Mittel aufgetragen wurden, desto höher zeigte sich die Erfolgsquote. Zudem wurden die Erfolge größer, je früher in der Vegetationsperiode das Mittel aufgetragen wurde (Timmins, 2005).  Erste Vorkommen und junge Verwilderungen in NRW sollten jedoch ausschließlich mechanisch bekämpft werden.

 

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