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Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Invasivität

aktualisiert am: 09.10.2017

Die rasante Ausbreitung in den letzten Jahrzehnten und die daraus resultierende weite Verbreitung zeigt die große Ausbreitungskraft des Drüsigen Springkrauts. Dabei ist es offensichtlich, dass besonders die Ausbildung großer und dichter Dominanzbestände nicht ohne Auswirkungen auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt bleiben kann. Dass die Art allerdings einer signifikanten Gefährdung von Arten führt, ist derzeit nicht erwiesen. Die Zunahme von Drüigem Springkraut führt in den Erlen-Eschen-Auenwäldern und Weichholzauenwäldern (91E0), den Hartholzauenwäldern (91F0) und den Uferhochstaudenfluren (6430) zur Abwertung des Erhaltungszustands

 

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Anders als bei ausdauernden neophytischen Arten, die in Flusstälern eingebürgert sind, wie z. B. die Staudenknöterich-Arten, bildet das Drüsige Springkraut keine monotonen Einartenbestände aus. Es dringt vielmehr in bestehende offene Pflanzengesellschaften ein, indem es an freien Stellen keimt. Grundsätzlich ist hierbei zu beobachten, dass durch die späte Keimung noch viele andere Pflanzen des Standortes die Möglichkeiten zur Entwicklung und Abschluss ihres jährlichen Lebenszyklus haben. Das starke Größenwachstum des Drüsigen Springkrauts beginnt erst im Juni und ist Ende Juli abgeschlossen. Die Rolle der Art liegt daher eher in der Verschiebung von Konkurrenz- und Mengenverhältnissen als im Verdrängen der heimischen Arten. Die starke Beschattung durch die Art dürfte außerdem zu einer Verminderung der Vitalität niedrigerer Konkurrenten führen. Die großen Mengen an abgestorbenen Pflanzenmaterial des Drüsigen Springkrauts können die Keimung anderer Pflanzen behindern.

Blütenbesuchende Insekten, insbesondere Hummeln profitieren von dem reichen Nektar- und Pollenangebot im ansonsten blütenarmen Spätsommer. Dagegen nutzen weniger hochspezialisierte, phytophage (=pflanzenfressende) Insekten das Drüsige Springkraut als Nahrungsquelle als die heimische Springkrautart ´Rühr-mich-nicht-an` (SCHMITZ 1995, 2001). Beobachtungen des Blütenbesuchs an Drüsigem Springkraut und dem heimischen Rühr-mich-nicht-an (Impatiens noli-tangere) im selben Biotop ergaben, dass der Insektenflug auf das Drüsige Springkraut erheblich höher ist, so dass die Bestäubung des Rühr-mich-nicht-ans fast völlig ausblieb (DAUMANN 1967).

 

Wirtschaftliche Auswirkungen

Unter bestimmten Bedingungen kann die kostspielige Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts notwendig sein, z.B. zum Schutz besonders gefährdeter Arten und Lebensräume. Außerdem wurde berichtet, dass Massenbestände  die natürliche Gehölzverjüngung verhindern können und vermutet, dass es wegen geringer Durchwurzelung des Bodens zur verstärkten Ufererosion kommen kann (HARTMANN et al. 1995).

 

Auswirkungen auf menschliche Gesundheit

Das Indische Springkraut soll wie andere Impatiens-Arten bei Aufnahme größerer Mengen leicht giftig wirken und Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Durchfall auslösen (ROTH et al. 2008). Der starke süßliche Geruch der Pflanzen wird häufig als unangenehm empfunden und kann bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen auslösen.

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