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Robinie (Robinia pseudacacia)

Maßnahmen

aktualisiert am: 25.02.2019

Maßnahmen

Die Auswirkungen der Besiedlung schutzwürdiger Offenlandbiotope durch Robinien rufen schwerwiegende und nachhaltige Veränderungen der Vegetation hervor und können daher die Anwendung auch kostspieliger Gegenmaßnahmen rechtfertigen. Dabei sollte allerdings in jedem Einzelfall eine Kosten-Nutzen-Abwägung getroffen werden. Es muss berücksichtigt werden, dass eine Entfernung älterer Robinienbestände in der Regel kurz- und mittelfristig nicht zum gewünschten Erfolg führt, da sich die erfolgte Stickstoffanreicherung im Boden längerfristig auswirkt. Erfolgversprechender sind daher präventive Maßnahmen, die einer spontanen Besiedlung schützenswerter Biotope durch die Robinie vorbeugen.

 

Prävention

Das Pflanzen von Robinien in direkter Nachbarschaft zu schutzwürdigen Offenlandbiotopen oder Wärme liebende Waldgesellschaften (insbesondere den FFH-Lebensraumtypen 6210 Kalkhalbtrockenrasen, 6110 lückige Kalkpionierrasen, 5130 Wacholderbestände auf Kalkhalbtrockenrasen, 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder) sollte unterbleiben. Da auch die Fernausbreitung der Samen eine gewisse Rolle spielen kann, wird bei Anpflanzungen ein Mindestabstand von 200 bis 500 m empfohlen (KOWARIK 2003, BfN-Neobiota). Samen tragende Einzelbäume sollten entfernt werden. Darüber hinaus wird eine regelmäßige Kontrolle und manuelle Entfernung von Jungpflanzen empfohlen.

 

Bekämpfung

Bei der Bekämpfung von Robinien müssen in jedem Fall mehrere Jahre Nachbearbeitung eingeplant werden, eine einmalige Beseitigung führt nicht zum Erfolg. Das Absägen von Stämmen führt zu einem starken Stockausschlag und zur Bildung von Wurzelsprossen, wodurch der Bestand nach der Maßnahme dichter wird als vorher. Ähnliche Reaktionen werden durch Abbrennen hervorgerufen. So muss mehrfach im Jahr und in der Regel in den 3-4 Folgejahren mechanisch nachgearbeitet werden, um einen Bestand wirklich abzutöten. Diese dadurch sehr arbeitsintensive Methode ist in vielen Fällen nicht praktikabel, weil die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht gegeben sind. Gute Ergebnisse zeigten kombinierte Methoden, in denen nach manueller oder maschineller Entfernung mehrere Jahre eine Beweidung mit Ziegen durchgeführt wurde. Ringeln der Stämme (die ringförmiges Entfernung der Rinde am Stamm) führt zwar zu deutlichem Vitalitätsverlust der behandelten Stämme, aber der Wurzelaustrieb nimmt zu und die geringelten Stämme erholen sich mit der Zeit. Bessere Erfolge wurden erlangt, indem mit der Motorsäge die Rinde etwa in Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg von einem Zehntel des Umfangs entfernt wurde. Im Folgejahr wird der Baum gefällt und stirbt oft vollständig ab ohne erneut auszuschlagen oder Wurzelbrut zu bilden (BÖCKER 1995). Selbst eine Kombination von Rodung und anschließender Behandlung der Schnittflächen mit Glyphosat-haltigen Giften führt nur bei mehrjähriger Wiederholung zum Erfolg.

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