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Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes (Mart.) Solms)

Invasivität

aktualisiert am: 25.02.2019

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Eichhornia crassipes ist eine der bedeutendsten invasiven Pflanzen weltweit. Durch die Ausbildung von dichten schwimmenden Beständen beschattet die Dickstielige Wasserhyazinthe die Gewässer vollständig. Außerdem verhindert sie die durch Wind induzierte Durchmischung der Wassersäule. Unter den dichten Beständen sterben die submersen Wasserpflanzen aufgrund des Lichtmangels ab. Insgesamt führt dies zu abnehmenden Sauerstoffgehalten im Gewässer bis hin zur Anoxie, was drastische Effekte auf die Fauna im Gewässer haben kann. In Deutschland ist aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht mit der Ausbildung von großen Beständen zu rechnen, und nur in kleineren Gewässern kann die Art innerhalb eines Jahres so hohe Bestandsdichten aufbauen, dass es zu vergleichbaren negativen Auswirkungen kommen kann und somit eine Gefährdung für Flora und Fauna besteht.

 

Menschliche Gesundheit

Es sind keine direkten negativen Auswirkungen auf den Menschen bekannt. Durch die Beschattung des Gewässers kann jedoch die Qualität des Wassers abnehmen und die Nutzung als Trinkwasser einschränken.

 

Wirtschaftliche Schäden

Das starke Wachstum von Eichhornia crassipes kann zu Einschränkungen bei der Freizeitnutzung der Gewässer kommen. Zudem können die Fischbestände durch den Sauerstoffmangel abnehmen und so die fischereilische Nutzung beeinträchtigen.

In ariden Regionen führen die dichten Bestände der Pflanze durch die stark erhöhte Evapotranspiration zu erhöhtem Wasserverlust und verstärken das Problem des Wassermangels.

Einen wirtschaftlichen Nutzen kann Eichhornia crassipes als Bioenergieträger sowie bei der biologischen Abwasserreinigung zur Eliminierung von Nährstoff-, Schwermetall- und Cynid-Belastungen entfalten (Paper: Cyanid-Phytoremediation mit Eichhornia crassipes, Paper: Threats, management and envisaged utilizations of aquatic weed Eichhornia crassipes: An overview). Zum gezielten Entfernen von Arzneistoffen aus dem Abwasser konnte die Wasserhyazinthe hingegen nicht signifikant beitragen, mehr Informationen dazu hier

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