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Kreuzstrauch (Baccharis halimifolia)

Syn.: Kreuzwurzbaum, Salzstrauch

Syn.: Baccharis cuneifolia Moench, Baccharis halimifolia var. angustior DC. 1836, Baccharis halimifolia f. subintegrifolia Heering 1907

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 18.09.2019

Aussehen und Verwechselungsmöglichkeiten

Der Kreuzstrauch ist ein bis zu 4m hoher stark verzweigter drüsig-klebriger Strauch. Der Stamm erreicht eine Dicke von bis zu 16 cm. Die Rinde älterer Sträucher ist tief rissig. Die eiförmig bis lanzettförmigen Blätter sind blassgrün und dick, dreinervig, ganzrandig oder mit wenigen Zähnen versehen und kurz gestielt. Sie sind wechselständig angeordnet und erreichen eine Länge von 2-7 cm und eine Breite von 1-5 cm. Der Kreuzstrauch verfügt von August bis Oktober über kleine weiße Blüten, welche in Köpfen angeordnet sind und einen endständigen belaubten Blütenstand darstellen. Die Früchte verfügen über einen für die Familie der Asteraceaen typischen Pappus.
Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit anderen Arten der Gattung Baccharis. Von diesen ist der Kreuzstrauch anhand der Knospen und Blüten sowie der Blattspreite sicher zu unterscheiden. Weitere Ähnlichkeiten bestehen mit Iva frutescens. Diese Art unterscheidet sich allerdings durch die gegenständigen, gezähnten Blätter sowie den kahlen, grauen Stamm im Winter eindeutig vom Kreuzstrauch.

 

Lebensraum

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Nordamerika ist der Kreuzstrauch hauptsächlich in offenen sandigen Bereichen der Küstengebiete zu finden. Er besiedelt dort z.B. Salzmarschen, Sümpfe, Strände und Dünen. Allerdings ist eine Ansiedlung auch in menschengemachten Habitaten möglich, die weit von der Küste entfernt liegen können, wie z.B. Straßenränder, Gräben, Hecken und brachliegende Felder (EPPO 2014, CABI 2018).

 

Biologie 

Baccharis halimifolia ist mehrjährig, ein Strauch kann bis zu 25 Jahre alt werden. Innerhalb von 2 Jahren ist er vollentwickelt und blüht dann jedes Jahr. Die Art pflanzt sich hauptsächlich generativ über Samen fort, allerdings besitzt die Pflanze auch die Fähigkeit zur vegetativen Fortpflanzung, z.B. nach einer Störung. Der Kreuzstrauch ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Er blüht von August bis Oktober und wird windbestäubt. Die Samen werden in der Regel von Oktober bis November produziert und können über Wind und Wasser über weite Distanzen transportiert werden. Eine gesunde Pflanze, die dauerhaft dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, produziert 10.000 bis 1.500.000 Samen pro Vegetationsperiode. Wenn genügend Bodenfeuchte vorhanden ist, keimen die Samen innerhalb von 1-2 Wochen. Der Kreuzstrauch ist ein Generalist und verfügt über eine hohe Anpassungsfähigkeit hinsichtlich Nährstoffverfügbarkeit und Salzgehalt des Bodens. Auch toleriert er sehr nasse Bodenverhältnisse und ist äußerst resistent gegen Überflutungen. Als Pionierart verfügt Baccharis halimifolia über die Fähigkeit Habitate, die z.B. periodisch durch Feuer oder Überflutung geschädigt werden, erfolgreich zu kolonisieren (EPPO 2014, CABI 2018).

 

Herkunft und Verbreitung in NRW

Der Kreuzstrauch hat sein ursprüngliches Areal in Nordamerika. Dort ist er von Nova Scotia, entlang der Ostküste bis Florida sowie im Osten Mexikos und der Karibik (Bahamas und Kuba) beheimatet (Rabitsch et al. 2013, EPPO 2014). Die Pflanze wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt und wird seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland angepflanzt (EPPO 2014). Die Art konnte sich bislang in Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich etablieren, wo sie zum Teil große Auswirkungen auf ihre Umwelt hat (Rabitsch et al. 2013, EPPO 2014). In Deutschland sind bisher keine wildlebenden Vorkommen bekannt.

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