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Helms Dickblatt (Crassula helmsii (Kirk) Cockayne)

Invasivität

aktualisiert am: 05.08.2020

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Crassula helmsii bildet in den Gewässern dichte Einartbestände. Im Fühlinger See in Köln kommt die Art seit über 25 Jahren in Wassertiefen bis 10 Meter vor und konnte heimische Wasserpflanzen von ihren Wuchsplätzen verdrängen. Auch in kleinen Stillgewässern und in Fließgewässerbereichen mit geringer Strömung wächst Crassula helmsii sehr schnell und dicht und verändert durch Massenentwicklung die Lebensgemeinschaft in kurzer Zeit. Im Frühjahr verhindert sie den Austrieb heimischer Wasserpflanzen, da sie als die immergrüne Art einen Konkurrenzvorteil hat. Europaweit bildet die Art vor allem in Ländern mit gemäßigt ozeanischen Klima dichte Bestände aus, wo sie bevorzugt in sehr flachem Wasser wächst und teilweise auch in periodisch austrocknenden Gewässern große Einartbestände ausbildet. Da diese periodisch wasserführenden Gewässer und die Flachgewässer oftmals als Artenschutzgewässer angelegt worden sind und häufig einen hohen Naturschutzwert besitzen, ist das Auftreten von Crassula helmsii dort besonders problematisch. Crassula helmsii wird vom Bundesamt für Naturschutz auf der Schwarzen Liste der invasiven Gefäßpflanzen (Aktionsliste) geführt.

 

Menschliche Gesundheit

Es sind keine direkten negativen Auswirkungen auf den Menschen bekannt.

 

Wirtschaftliche Schäden

In Deutschland sind keine wirtschaftlichen Schäden durch Crassula helmsii-Bestände bekannt. In den Nachbarländern Niederlande und Großbritannien werden die Bestände aufwendig bekämpft. Da es der einschlägigene Literatur nach keine wirksamen Eradikationsmethoden gibt, sind zur Beseitigung und Eindämmung regelmäßig wiederkehrende Maßnahmen erforderlich. Die Kosten für ein mechanisches Management können aufgrund der hohen Fragmentierungsrate und des schnellen Wachstums der Art immens sein.

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