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Großer Algenfarn (Azolla filiculioides Lamk.)

Kurzbeschreibung

aktualisiert am: 21.01.2015

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten

Azolla filiculoides ist eine bis zu 2,5 (10) cm lange Schwimmpflanze mit fiedrig verzweigten, im Umriss länglichen Blättern. Charakteristisch für die Gattung Azolla ist eine symbiotische Beziehung zum Luftstickstoff-fixierenden Cyanobakterium Anabaena azollae. Vor allem im Winter nimmt die Pflanze meist eine rötliche Färbung an, die durch Anthocyanbildung verursacht wird. Diese wird in der Regel durch die Kombination von direkter Sonneneinstrahlung und tiefen Temperaturen von 5-10°C induziert. Aber auch andere Faktoren, wie z.B. ein geringes Phosphorangebot oder hohe Temperaturen, können diesen Effekt auslösen.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen nur mit verwandten Azolla-Arten und eventuell mit anderen kleinen, schwimmenden Wasserpflanzen, wie z.B. Lemna spec., wobei diese ganzrandige Blätter haben. Zur Taxonomie der Azolla-Arten besteht immer noch ein wissenschaftlicher Diskurs. Während einige Studien beispielsweise Azolla caroliniana als weitere Art neben Azolla filiculoides einstufen, sehen andere Untersuchungen keine Unterschiede und sehen Azolla caroliniana deshalb als Synonym zu Azolla filiculoides an.

 

Lebensraum

Azolla filiculoides besiedelt bevorzugt kleine, sonnige Stillgewässer, wo sie rasch die gesamte Wasseroberfläche besiedelt. Sie findet sich aber auch in größeren Stillgewässern und in Fließgewässern, wo allerdings der Einfluss von Wind und Strömung den Aufbau größerer, zusammenhängender Bestände zumeist verhindert.

 

Biologie

Azolla filiculoides ist eine kleine Schwimmpflanze, die aufgrund der Symbiose mit dem Luftstickstoff fixierenden Cyanobakterium Anabaena azollae auch in stickstoffarmen Gewässern sehr gut wachsen kann. Unter Laborbedingungen wurde ein Temperaturoptimum von 15-20°C ermittelt, unter Freilandbedingungen zeigt die Art aber bei >20°C und hohen Lichtverfügbarkeiten den besten Wuchs. Die Art bildet auch in Europa keimfähige Sporen aus, die viele Jahre im Sediment der Gewässer überdauern können.

Durch die Fähigkeit Schadstoffe (u.a. Schwermetalle) aus dem Gewässer zu akkumulieren, wird die Pflanze vermehrt zur Phytoremediation genutzt. Aufgrund ihrer Eigenschaft der Luftstickstoff-Fixierung wird die Art auch als Gründünger in Reisfeldern eingesetzt.

 

Herkunft und Einwanderungswege

Die Art stammt ursprünglich aus dem warmgemäßigten bis subtropischen Amerika, hat heute aber eine fast weltweite Verbreitung mit Vorkommen in Süd-, Mittel-, und Nordamerika, Europa, Skandinavien, Asien, Australien und Südafrika. In Deutschland ist die Art um 1880 das erste Mal nachgewiesen worden.

 

Verbreitung in Nordrhein-Westfalen

Die Art ist in NRW in allen Landesteilen anzutreffen. In vielen Fällen sind die Bestände nicht etabliert, obwohl die Pflanzen sich auch über Sporen vermehren.

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Azolla filiculoides (Lamk.), Foto: Dr. A. Hussner

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Azolla filiculoides (Lamk.), Foto: Dr. A. Hussner

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Azolla filiculoides (Lamk.), Foto: Dr. A. Hussner

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