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Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides L. fil.)

Invasivität

angelegt am: 11.03.2010

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Der Große Wassernabel zählt derzeit zu den aggressivsten invasiven Wasserpflanzen in Europa. Er kann innerhalb kürzester Zeit große Wasserflächen bedecken und damit die biologischen und physikalischen Eigenschaften des Gewässers vollkommen verändern. In fließenden Gewässern wird der Wasserlauf verlangsamt, die Wassererwärmung durch geringere Sonneneinstrahlung vermindert. In stehenden Gewässern wird durch die enorme Biomasseproduktion die Verschlammung und Verlandung beschleunigt. Es kann Sauerstoffmangel entstehen, der u.a. auch für Fische toxisch ist. Die Artenvielfalt von Flora und Fauna verarmt oftmals innerhalb kürzester Zeit nach Ansiedlung und der Ausbildung von Dominanzbeständen von Hydrocotyle ranunculoides.

 

Menschliche Gesundheit

Es sind keine direkten negativen Auswirkungen auf den Menschen bekannt.

 

 

Wirtschaftliche Schäden

Der Große Wassernabel ist ein gefürchtetes Unkraut. Durch die großen Bestände kann der Schiffsverkehr stark beeinträchtigt werden und die Entfernung der unerwünschten Massenbestände des Neophyten aus den Kanälen in den Niederlanden kostete rund 10.000Euro pro km Kanal. In Großbritannien wurden im Jahr 2008 fast 2 Millionen englische Pfund für die Bekämpfung des Großen Wassernabels ausgegeben.

In England konnte zudem beobachtet werden, wie dichte Matten des Großen Wassernabels den Abfluss des Wassers deutlich verringerten und es bei Hochwasserereignissen zu einer deutlichen Erhöhung der Wasserstände kam.

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