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Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia L.)

Maßnahmen

aktualisiert am: 23.01.2017

Prävention

Um die weitere Verbreitung der Beifuß-Ambrosie in Nordrhein-Westfalen einzudämmen, sind folgende präventive Maßnahmen zu treffen:

  • zur Anlage von Blühstreifen und Wildäckern nur zertifiziertes Saatgut benutzen
  • kein Vogelfutter/Futtersaaten in der Natur und freien Landschaft ausstreuen
  • Herkunft von Erden und Baumaterial prüfen; bei Verdacht auf Ambrosiasamen untersuchen
  • Ambrosia-belasteten Boden nach Möglichkeit an Ort und Stelle belassen,
  • Transport belasteter Böden vermeiden, falls Transport unvermeidlich, Material nur an eine Stelle verbringen, keine Verteilung an verschiedene Orte, von unbelastetem Material separieren, Erdhaufen mit Folie abdecken, um Blüte und Samenbildung zu verhindern, nur zur Füllung von Erdlöchern in tiefen Schichten benutzen, Kontrolle!
  • Monitoring der Empfängerfläche

Bekämpfung

  • einzelne Ambrosia-Pflanzen nach Absicherung der Bestimmung (Foto an LANUV: carla.michels@lanuv.nrw.de , Naturschutzbehörde oder Biostation) von Hand ausreißen und in Plastiktüte in den Restmüll geben.
  • Bestände > 10 Pflanzen beim LANUV melden (Meldeformular: https://www.lanuv.nrw.de/natur/artenschutz/neobiota/ambrosia/) und zuständige Behörde (Kommune) informieren
  • kleinere Bestände (bis ca. 1000 Pflanzen) durch Ausreißen von Hand beseitgen; optimaler Zeitpunkt: Juni, Juli vor Blühbeginn; Pflanzen keimen bis in den Hochsommer hinein, deshalb Kontrolle der Nachzügler im August.
  • ausgerissene Pflanzen in Plastiktüten verschließen und mit Hausmüll entsorgen (Nachreife der Samen im Feld!), nicht auf den Kompost geben (Ausnahme: Jungpflanzen).
  • Wuchsorte im Folgejahr (Juni, Juli) kontrollieren
  • Herbizide nur auf Äckern anwenden ; Information über empfohlene Spritzmittel und Empfehlungen über die Fruchtfolge bei den Pflanzenschutzämtern einholen,
  • keine Herbizidanwendung außerhalb von Ackerflächen; Spritzen fördert die Beifuß-Ambrosie, da die Vegetationsdecke vernichtet wird und Ambrosia sich ohne Bestellung mit Feldfrüchten aus den Samen erneut durchsetzt.
  • größere Bestände: wiederholt im Frühjahr zur Entleerung des Samenvorrats im Boden pflügen 
  • Straßenränder: wegen der besonders schnell reifenden und tief am Stängel sitzdenen Notblüten ist die Mahd generell problematisch, deshalb Bestände < 1000 Pflanzen von Hand ausreißen! Große Bestände zweimal spät mähen, erste Mahd in der zweiten oder dritten Augustwoche, wenn weibliche Blüte beginnt (weiße fadenförmige Narben sichtbar oder kurz vor Beginn der weiblichen Blüte), zweite Mahd nur 3 Wochen später in der 1. oder 2. Septemberwoche. Einhaltung der korrekten Mahdzeitpunkte ist entscheidend für den Erfolg!
  • falls an Straßenrändern wegen des Sichtprofils frühere Schnitte notwenig sind, Schnitt so spät wie möglich durchführen, frühestens in der 3. bis 4. Juniwoche und nachfolgend alle 3 bis vier Wochen wiederholt mähen bis zum End der Wachstumsperiode

Sicherheitshinweise

Allergiker sollten von Ambrosiapflanzen fernbleiben! Wegen der Gefahr von Kontaktallergien Pflanzen nicht mit bloßen Händen anfassen sondern mit Handschuhen. Bei Aufenthalt in blühenden Beständen eine Staubschutzmaske (FFP2) tragen.

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