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Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Invasivität

angelegt am: 25.03.2010

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Inwieweit sich die Ausbreitung langfristig auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt auswirken kann und in welchen Lebensräumen sich die Douglasie vorwiegend ansiedeln wird, hängt von ihren natürlichen Verbreitungsmöglichkeiten und den zukünftigen Anpflanzungen ab. Die ältesten Bäume sind etwa 150 Jahre alt und die gepflanzten Bestände in Nordrhein-Westfalen überwiegend noch sehr jung. Da die Douglasie aber aber über 500 Jahre alt wird und erst im Alter von 200 bis 300 Jahren zur maximalen Samenproduktion gelangt, ist eine Abschätzung der Invasivität in unseren heimischen Wäldern noch sehr spekulativ. Nach Beobachtungen in Südwest-Deutschland muss davon ausgegangen werden, dass sie sich auch in Nordrhein-Westfalen insbesondere in Waldgesellschaften trocken-saurer und flachgründiger Standorte wie dem Traubeneichenwald (Luzulo-Quercetum petraeae) etablieren und dort zu einer Beeinflussung des Baumartenanteils bzw. zum Zurückdrängen einheimischer Arten in der Krautschicht führen kann. In Laubwäldern reicherer Standorte führt die Beschattung durch Douglasie zu einem Rückgang der Frühjahrsblüher. Besonders problematisch ist das Eindringen in seltene oder geschützte Lebensräume der Fels- und Blockschuttstandorte, wo die Douglasie offensichtlich besonders gut Fuß fassen kann. Hier verdrängt sie Licht liebende, hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten (KNOERZER 2002, KOWARIK 2003).

Für verschiedene Tiergruppen wird erwartet, dass bei Ersatz der Fichte durch die Douglasie Spezialisten durch Ubiquisten ersetzt werden (KOWARIK 2003). Eine Untersuchung der Käfergemeinschaften in Baumkronen ergab dahingehende Verschiebungen in Artenzusammensetzung und Dominanzstruktur (GOSSNER & SIMON 2002). Der Umstand, dass Honigtau-produzierende Blattläuse auf Douglasien nicht vorkommen, führt durch das Fehlen der Ameisen zu einer geringeren Dichte an Brutvögeln als in Fichtenbeständen (MÜLLER & STOLLENMEIER 1994). Insgesamt sollte bei solchen Vergleichen aber auch berücksichtigt werden, dass auch die Fichte in Nordrhein-Westfalen nicht ursprünglich heimisch ist.

Welche Auswirkungen die Douglasie auf den Boden ausübt, ist noch nicht letztlich geklärt. Ihre Nadeln werden besser zersetzt als die anderer Nadelbäume. Anders als unter Fichten ist keine Bodenversauerungen zu erwarten (KNOERZER et al. 1995). Allerdings können nach MARQUES & RANGER 1997 Boden-Humus-Bestandteile destabilisiert und tiefere Bodenschichten versauert werden.

 

Wirtschaftliche Auswirkungen

Die Douglasie hat eine gewisse forstliche Bedeutung als fremdländischer Waldbaum. Erkenntnisse über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Douglasie als wildwachsende, invasive Art liegen noch nicht vor. 

 

Auswirkungen auf menschliche Gesundheit

keine bekannt

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