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Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Invasivität

angelegt am: 15.03.2010

 

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Die Auswirkungen des Japanischen Staudenknöterichs auf Flora und Fauna entsprechen weitgehend derjenigen der beiden anderen neophytischen Staudenknöterich-Arten Fallopia sachalinensis und F. x bohemica. An geeigneten Standorten zeigen sich die Arten als äußerst konkurrenzkräftig und stellen daher ökologische Problemarten dar. Hat sich eine Pflanze an einer Stelle erst einmal etabliert, breitet sie sich vegetativ schnell aus und kann außerordentlich dichte Bestände ausbilden. Die vorhandene Vegetation wird dabei verdrängt. Im Bestand selbst ist kaum eine andere Pflanzenart zu finden. Einerseits wächst das Rhizom so dicht, dass andere Pflanzenarten kaum Fuß fassen können, andererseits wird der Boden aufgrund des bogigen Wuchses der Sprosse stark beschattet. Die lokale Ausbreitung eines Bestandes erfolgt durch sehr reichhaltige Verzweigung und Wachstum der unterirdischen Ausläufer. Sie wachsen alljährlich an den Rändern um jeweils etwa 50 cm (KRETZ 1995)., ohne zunächst Triebe nach oben auszubilden. Dadurch ist ein Bestand in der Regel erheblich größer, als er oberirdisch erscheint. Die Etablierung an einem Wuchsort erfolgt an gestörten Stellen, danach können die Knöterich-Arten aber durch den unterirdischen Wuchs der Rhizome in andere intakte Pflanzengesellschaften eindringen und sie regelrecht unterwandern.

An den Ufern der großen Flüsse verdrängen die Knöterich-Arten heute vielfach nur noch häufige heimische Arten, da aufgrund von Eutrophierung, Auflichtung und Uferausbau der Gewässer eine Vielzahl von Arten bereits vorher verschwunden war. Besonders problematisch werden die Knöteriche aber insbesondere dort, wo sie mittels Rhizomwuchs in benachbarte Schutzgebiete eindringen und dadurch den Erhaltungszustand bzw. die Nutzung solcher Flächen beeinträchtigen.

Zwar werden die Knötericharten von einigen Blütenbesuchern und Phytophagen angenommen, aber man fand z. B. erheblich weniger Insektenarten, die sich von der Pflanze ernähren, als bei heimischen Arten (DIAZ & HURLE 1995, DÜLL & KUTZELNIGG 2005). Die Verdrängung einheimischer Pflanzenarten kann zum Rückgang stärker spezialisierter Insekten führen, wie z. B. der gefährdeten Langhornbiene Tetralonia salicariae, die auf die Blüten des Blutweiderichs (Lythrum salicaria) angewiesen ist (KOWARIK 2003). Die Knöterich-Arten verändern aufgrund ihrer außerordentlich hohen Konkurrenzkraft die Mengen- und Konkurrenzverhältnisse der anderen Arten, und sind daher auch dann ein Problem, wenn sie nicht zum vollkommenen Aussterben von Arten führen.

 Wirtschaftliche Auswirkungen

Die östasiatischen Knöterich-Arten können Schäden an Gebäuden, Straßen, Parkplätzen, Gleisanlagen, Mauern und Uferbefestigungen hervorrufen, indem Rhizome in Mauerritzen oder Asphalt eindringen und sie durch Dickenwachstum sprengen. Die durchgeführten Ausbesserungs- bzw. Bekämpfungsmaßnahmen sind äußerst kostspielig. Sie führen außerdem in der Regel nicht zu einem nachhaltigen Erfolg und müssen aufgrund der tief reichenden Rhizome mehrfach durchgeführt werden.

Dominanzbestände an Fließgewässern können deren Abflussverhalten verändern und z. B. bei Hochwasser den Abfluss verlangsamen (BAUER 1995). Durch üppigen Knöterichaufwuchs werden örtlich Abflussquerschnitte stark verkleinert. Außerdem wurde eine Erhöhung der Erosionsgefahr mit daraus resultierende Uferabbrüchen aufgrund von Knöterichvorkommen beobachtet, da anders als zunächst erwartet, die Rhizome den Boden schlechter fixieren als z. B. Gräser (FLORAWEB), was allerdings verschiedentlich angezweifelt wird (KOWARIK 2003). Ausgedehnte Knöterichvorkommen können einen erhöhten Aufwand für die Gewässerunterhaltung bedeuten.

 

Auswirkungen auf menschliche Gesundheit

keine bekannt

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