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Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis)

Invasivität

angelegt am: 24.03.2010

Auswirkungen auf Flora und Fauna

Die meisten Untersuchungen zu den Auswirkungen der ostasiatischen Knöterich-Arten auf die heimische Flora und Fauna bezogen sich bisher auf den Japan-Knöterich. Nach bisherigen Beobachtungen lassen sich diese Untersuchungen aber weitestgehend auf den Sachalin-Knöterich übertragen. Er gilt insgesamt jedoch als weniger konkurrenzkräftig, seine Rhizome wachsen langsamer und lockerer als die des Japan-Knöterichs und des Bastard-Knöterichs.

Hat sich eine Pflanze des Sachalin-Knöterichs an einer Stelle erst einmal etabliert, breitet sie sich vegetativ schnell aus und kann dichte, bis 4,5 m hohe Dominanzbestände ausbilden. Die vorhandene Vegetation wird dabei verdrängt. Im Bestand selbst ist kaum eine andere Pflanzenart zu finden. Einerseits wächst das Rhizom so dicht, dass andere Pflanzenarten kaum Fuß fassen können, andererseits wird der Boden aufgrund des bogigen Wuchses der Sprosse und der ausgesprochen großen Blätter stark beschattet. Die lokale Ausbreitung eines Bestandes erfolgt durch Verzweigung und Wachstum der unterirdischen Ausläufer zu allen Seiten. Dabei wachsen die Ausläufer zunächst, ohne Triebe nach oben auszubilden, wodurch ein Bestand in der Regel erheblich größer ist, als er oberirdisch erscheint. Die Etablierung an einem Wuchsort erfolgt zwar an gestörten, offenen Bodenstellen, danach kann sich die der Sachalin-Staudenknöterich aber, wie auch die beiden anderen Staudenknöterich-Arten, durch den unterirdischen Wuchs der Rhizome in andere intakte Pflanzengesellschaften eindringen und sie unterwandern.

An den Ufern der großen Flüsse verdrängen die Knöterich-Arten heute vielfach nur noch häufige heimische Arten, da aufgrund von Eutrophierung, Auflichtung und Uferausbau der Gewässer eine Vielzahl von Arten bereits vorher verschwunden war. Besonders problematisch werden die Staudenknöteriche aber insbesondere, wenn in Schutzgebiete eindringen und dadurch den Erhaltungszustand beeinträchtigen.

Zwar werden die Staudenknötericharten von einigen Blütenbesuchern und Phytophagen angenommen, man fand aber z. B. erheblich weniger Insektenarten, die sich von der Pflanze ernähren, als bei heimischen Arten (DIAZ & HURLE 1995, DÜLL & KUTZELNIGG 2005). Die Verdrängung einheimischer Pflanzenarten durch die Knöterich-Arten kann zum Rückgang stärker spezialisierter Insekten führen. Die Knöterich-Arten verändern aufgrund ihrer außerordentlich hohen Konkurrenzkraft die Mengen- und Konkurrenzverhältnisse der anderen Arten und sind daher auch dann ein Problem, wenn sie nicht zum vollkommenen Aussterben von Arten führen.

 

Wirtschaftliche Auswirkungen

Die ostasiatischen Staudenknöterich-Arten können Schäden an Gebäuden, Straßen, Parkplätzen, Gleisanlagen, Mauern und Uferbefestigungen hervorrufen, indem Rhizome in Mauerritzen oder Asphalt eindringen und sie durch Dickenwachstum sprengen. Ausbesserungs- bzw. Bekämpfungsmaßnahmen sind äußerst kostspielig. Sie führen außerdem in der Regel nicht zu einem nachhaltigen Erfolg und müssen aufgrund der tief reichenden Rhizome mehrfach durchgeführt werden.

Dominanzbestände an Fließgewässern können deren Abflussverhalten verändern und z. B. bei Hochwasser den Abfluss verlangsamen (BAUER 1995). Durch üppigen Knöterichaufwuchs werden örtlich Abflussquerschnitte stark verkleinert. Außerdem wurde eine Erhöhung der Erosionsgefahr mit daraus resultierende Uferabbrüchen aufgrund von Knöterichvorkommen beobachtet, da anders als zunächst erwartet, die Rhizome den Boden schlechter fixieren als z. B. Graswurzeln (FLORAWEB), was allerdings verschiedentlich angezweifelt wird (KOWARIK 2003). Ausgedehnte Knöterichvorkommen können einen erhöhten Aufwand für die Gewässerunterhaltung bedeuten.

 

Auswirkungen auf menschliche Gesundheit

keine bekannt

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