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Muschelblume (Pistia stratiotes L.)

Invasivität

aktualisiert am: 10.12.2014

Auswirkungen auf Flora und Fauna
Pistia stratiotes zählt weltweit zu den expansivsten Wasserpflanzen. In Südeuropa haben große und dichte Bestände der Art deutliche Effekte für die betroffenen Gewässer. So sorgt insbesondere die Beschattung des Wasserkörpers für drastische Veränderungen in der Wasserchemie, was Auswirkungen auf sowohl Flora und Fauna des Gewässers hat. Weiterhin verhindert die Bedeckung der Wasseroberfläche die Durchmischung des Wasserkörpers durch den Wind. Zudem sterben die submersen Wasserpflanzen unter der dichten Pistia-Decke ab, und der Abbau sorgt für eine zusätzliche Sauerstoffzehrung im Gewässer. In Deutschland wird der Art aufgrund der klimatischen Gegebenheiten nur ein mäßiges Invasionspotential eingeräumt, doch auch hier können unter günstigen Bedingungen große Bestände beobachtet werden. In der Erft mit den deutschlandweit größten Pistia-Beständen konnte bislang ein Rückgang der submersen Wasserpflanzenvegetation durch die Beschattung von Pistia stratiotes beobachtet werden. Aufgrund der Fließgeschwindigkeit verdriften die Pflanzen jedoch leicht, so dass bisher nur einige angrenzende Stillgewässer vollständig mit Pistia bedeckt sind. Informationen zu den Auswirkungen der dichten Bestände auf die zu 100% mit Pistia zugewachsenen Stillgewässer liegen jedoch leider nicht vor, aufgrund der Erfahrungen aus anderen Ländern besteht jedoch auch hier die begründete Annahmen, dass eine Gefährdung für Flora und Fauna vorliegt.

 

Menschliche Gesundheit
Es sind keine direkten negativen Auswirkungen auf den Menschen bekannt. Durch die Beschattung des Gewässer kann jedoch die Qualität des Wasser abnehmen und die Nutzung als Trinkwasser einschränken.

 

Wirtschaftliche Schäden
Das starke Wachstum von Pistia stratiotes kann zu Einschränkungen für die Freizeitnutzung der Gewässer führen. In der Erft wird so die Freizeitnutzung des Gewässers behindert (z.B. Kajak fahren, Angelfischerei). An den Stauwerken sorgen sich akkumulierende Bestände für eine Behinderung des Abflusses, so dass hier regelmäßig bestandsregulierend eingegriffen werden muss.
 

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