Neobiota
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Neobiota in Zahlen

In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der vom Menschen eingeschleppten Arten als Folge der Globarisierung, insbesondere des internationalen Waren- und Güteraustausches zugenommen. Der Klimawandel bewirkt, dass Arten wärmerer Klimazonen bei uns Wachstums- und Etablierungschancen erhalten. Nicht zuletzt tragen die Flächen-Inanspruchnahme und Nutzung durch den Menschen sowie stoffliche Einträge, zum Beispiel Stickstoffimmissionen oder Wasserverschmutzung dazu bei, dass heimische Arten in ihren angestammten Arealen Boden verlieren und gebietsfremden Arten Platz machen.

 

Farn- und Blütenpflanzen in NRW Florenliste 1988 Florenliste 1996* Florenliste 2011**
Anzahl Sippen 1597 1878 2095
ausgestorbene Sippen 85 93 145
Anzahl etablierte Neophyten 190 217 212
% etablierte Neophyten 11,9 11,6 10,1

*    enthält 226 neue Sippen durch Feingliederung der Gattungen Rubus, Hieracium und Taraxacum
**  enthält 175 neue Hieracium-Unterarten (darunter 34 ausgestorbene), aber die Gattung Taraxacum mit  Ausnahme Palustria nur auf Sektions-Ebene

 

Auch wenn die Fortschreibung der Florenlisten 2011 stagnierende Neophytenzahlen suggeriert, hat ihre Zahl mit zunehmendem Handel und Verkehr auch und gerade in den letzten zwei Jahrzehnten in Nordrhein-Westfalen weiter zugenommen. Da die eingeschleppten und unbeständigen Arten niemals vollständig erfasst werden können, lässt sich in den Florenlisten jeweils nur die Zahl der etablierten (=eingebürgerten) Neophyten vergleichen. Die neue Florenliste 2011 wendet erstmals bundesweit geltende, strengere Etablierungskriterien an. Dadurch fallen 23 etablierte Neophyten der Florenliste 1996 in die Kategorie der Unbeständigen zurück, 9 weitere werden als Heimische oder Alteingebürgerte (Archaeophtyten) umgestuft. 27 Arten sind aber seit 1996 unter den strengeren Kriterien als etablierte Neophyten neu hinzugekommen.

    

Für die Tiere existieren nur Schätzungen über die Zahlen der heimischen und gebietsfremden Arten. In Nordrhein-Westfalen gibt es etwa 35.550 heimische Tierarten, davon zählen etwa 200 zu den Neozoen. Hinzu kommen schätzungsweise 550 unbeständige Arten. Nach einer Folge überdurchschnittlich milder Winter und warmer Sommer mehren sich in den letzten Jahren Meldungen neuer Neozoen, zum Beispiel der tropischen Blattschneiderameisen in Köln oder des bislang noch unidentifizierten "Riesen"-Weberknechtes am südlichen Ruhrgebietsrand. Eine Zusammenstellung der Neozoen Deutschlands nach Artengruppen (BfN) kommt auf 1149 Arten, darunter 264 etablierte.

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