Neobiota heißen die gebietsfremden Arten ("neo" griech. neu, "bios" Leben), die nach 1492 unter direktem oder indirektem Einfluss des Menschen und unter Überwindung natürlicher Verbreitungsbarrieren in ein Gebiet gekommen sind. Die Pflanzen unter ihnen heißen Neophyten ("phyton" griech. Pflanze), die Tiere Neozoen ("zoon" griech. Tier).
Unter den Neobiota gibt es wenige, die heimische Arten von ihrem Platz verdrängen und eine Gefahr für die Vielfalt in ihrem neuen Siedlungsgebiet darstellen oder die auf andere Weise problematisch für den Menschen sind, die sogenannten invasiven Arten (engl. Invasive Alien Species = IAS). Als Krankheitsüberträger oder durch Massenverbreitung können sie wirtschaftliche Schäden anrichten oder die Gesundheit des Menschen gefährden.
Das Ausmaß der Bedrohung durch Neophyten wurde durch eine Faustregel, die sogenannte „Zehner-Regel“ beschrieben. Die Zehner-Regel besagt, dass nur etwa zehn von hundert eingeschleppten Pflanzenarten in ihrer neuen Umwelt überleben und vermehrungsfähig sind. Die meisten verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder, da ihnen die Lebensraum-Bedingungen nicht dauerhaft zusagen oder weil sie von konkurrenzfähigeren heimischen Arten ausgemerzt werden. Nur 10 % (1 % der Eingeschleppten) schaffen es, sich dauerhaft in der freien Natur zu etablieren. Wiederum nur 10 % der etablierten Arten (0,1 % der Eingeschleppten) vermehren sich so massiv, dass sie Struktur und Artenzusammensetzung der Lebensräume nachhaltig verändern und eine Gefahr für die Vielfalt in ihrem neuen Siedlungsgebiet darstellen.
Das Neobiota-Portal informiert über die invasiven und potentiell invasiven Arten Nordrhein-Westfalens, gibt Empfehlungen zur Bekämpfung und sammelt Fundortdaten, um einen aktuellen Überblick über die Verbreitung der invasiven Arten zu erhalten.
Zu den den Artenlisten Pflanzen
Zu den den Artenlisten Tiere